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1166
Politik und Weltgeschehen
- Heinrich der Löwe errichtet in Braunschweig die Löwenstatue.
- Weihung des Bonner Münsters
- Ludwig III., Graf von Württemberg († um 1241)
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Kategorie:1166
Heinrich der Löwe
Heinrich der Löwe ( - 1129 wahrscheinlich Ravensburg; † 6. August 1195 in Braunschweig), aus dem Geschlecht der Welfen, war Herzog von Sachsen (1142-1180) und Bayern (1156-1180). Er war einer der mächtigsten Reichsfürsten des 12. Jahrhunderts und stand wiederholt im Konflikt mit dem Königshaus dieser Zeit, den Staufern.
Staufer]
Leben
Familiäre Einbindung
Heinrichs Vater war Heinrich der Stolze, von 1126 bis 1138 als Heinrich X. Herzog von Bayern und von 1137 bis zu seinem plötzlichen Tod im Alter von nicht einmal 32 Jahren 1139 auch Herzog von Sachsen sowie Herzog von Tuszien.
Seine Mutter war Gertrud von Süpplingenburg, die Erbtochter Kaiser Lothars III.
1147 heiratete er Clementia von Zähringen, wodurch er badische Gebiete um die Burg Badenweiler erwarb. Ihre gemeinsame Tochter Gertrud heiratete später Knut IV. von Dänemark. 1162 trennte er sich von Clementia, vermutlich auf Druck von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), der ihm die Burgen Herzberg und Scharzfeld am Harz sowie den Königshof Pöhlde im Tausch gegen Badenweiler anbot. Heinrich nahm an, um seine sächsischen Stammlande, vor allem im Dauerkonflikt mit dem Askanier Albrecht dem Bären und dessen Söhnen, zu sichern.
Am 1. Februar 1168 heiratete Heinrich im Dom zu Minden erneut, diesmal die erst zwölfjährige Mathilde, Tochter des englischen Königs Heinrich II. und der Eleonore von Aquitanien und Schwester von Richard Löwenherz. Damit begründete er die engen Beziehungen zwischen dem Haus der Welfen und England.
Auseinandersetzung mit Konrad III.
Richard Löwenherz
1139 entzog Konrad III. Heinrichs Vater im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen die Herzogtümer Bayern und Sachsen. Damit waren die Welfen jedoch nicht geschlagen. Heinrich der Stolze behauptete sich in Sachsen in Kämpfen gegen die Askanier, sein Bruder Welf VI. in Bayern gegen die Babenberger. Nach Heinrichs des Stolzen Tod im Oktober 1139 übernahm Richenza, die Witwe Lothars III., die Führung der Welfenpartei in Sachsen und die Vormundschaft über Heinrich den Löwen. Sie starb im Juni 1141. Zu diesem Zeitpunkt scheint Konrad III. eingesehen zu haben, dass er die Welfen auch durch den Entzug der Herzogswürde nicht besiegen konnte und begann deshalb seine Ausgleichspolitik. In deren Rahmen erhielt Heinrich der Löwe 1142 in Frankfurt das seinem Vater entzogene Herzogtum Sachsen von Albrecht dem Bären zurück. Die zweite Komponente der Ausgleichspolitik war die Verheiratung von Heinrichs Mutter Gertrud mit dem Babenberger Heinrich II. Jasomirgott, der 1143 mit Bayern belehnt wurde.
Heinrich der Löwe betrieb intensiv die Ostkolonisation und verleibte ehemals wendische und andere slawische Gebiete dem Herzogtum Sachsen ein. 1147 zwang er die Fürsten von Vorpommern, seine Lehensherrschaft anzuerkennen. Im gleichen Jahr verhinderte er einen Versuch Konrads, die Frauenklöster Kemnade und Fischbeck der Reichsabtei Corvey zu unterstellen und damit den königlichen Einfluss in Sachsen zu steigern.
Auch den Anspruch auf Bayern gab Heinrich nicht auf. Als Vorbereitung auf die Teilnahme am Zweiten Kreuzzug wollte Konrad III. im März 1147 auf einem Reichstag in Frankfurt seinen Sohn Heinrich (VI.) zu seinem Nachfolger als König wählen lassen. Während des Reichstags erhob Heinrich der Löwe jedoch Klage und verlangte die Rückerstattung Bayerns. Da diese Klage die Wahl Heinrichs (VI.) aufschob und der Kreuzzugstermin näher rückte, hatte Heinrich der Löwe Konrad damit unter Druck gesetzt. Letztendlich gab Heinrich sich mit dem Versprechen des Königs zufrieden, dass über Bayern nach dem Ende des Kreuzzuges erneut verhandelt werden sollte. Allerdings belastete die schwebende Klage ab diesem Zeitpunkt Konrads Machtanspruch, darüber hinaus weigerte Heinrich sich, am Kreuzzug in das Heilige Land teilzunehmen, sondern setzte sich an die Spitze eines sächsischen Adelsaufgebots, das zu einem parallelen Wendenkreuzzug gegen die Slawen zwischen Elbe und Oder aufbrach. In diesem Zeitraum heiratete Heinrich auch Clementia von Zähringen. Diese Anerkennung durch das einflussreiche Haus der Zähringer stellte eine weitere Aufwertung von Heinrichs Machtanspruch dar.
Während und nach dem gescheiterten Aufstand Welfs VI. gegen Konrad dehnte Heinrich der Löwe sein Einflussgebiet ab 1149 zunehmend auch nach Bayern aus. Im Herbst 1151 misslang ein Überfall Konrads auf Braunschweig, das Herrschaftszentrum Heinrichs.
Ausgleich mit Barbarossa
Friedrich Barbarossa sagte Heinrich vermutlich bereits im Rahmen seiner Wahlversprechenspolitik während der Thronvakanz 1152 die Belehnung mit Bayern zu. Allerdings zögerte sich die endgültige Klärung dieser Frage hinaus, unter anderem auch, weil Heinrich auch in Sachsen mit Problemen kämpfen musste. So wurde auf dem Merseburger Reichstag im Juni 1152 ein Streit zwischen dem Löwen und dem Bremer Erzbischof Hartwich verhandelt. Dabei ging es um den Anspruch des Erzbischofs, als Metropolit in den während des Wendenkreuzzuges eroberten Gebieten zwischen Elbe und Peene zu missionieren. Dies wollte Heinrich nicht zulassen, da er darin eine Einmischung in sein Hoheitsgebiet sah und für sich das Recht beanspruchte, Bischöfe in den neu zu gründenden Bistümern der Region einzusetzen. Erst auf dem Goslarer Reichstag von 1154 sprach Barbarossa Heinrich dieses Recht zu und verlieh ihm den bayerischen Herzogstitel, den Heinrich sofort annahm, obwohl er das Territorium erst 1156 erhielt. In der Zwischenzeit trennte Barbarossa Österreich von Bayern ab und überließ es den Babenbergern, was den Territorialgewinn Heinrichs begrenzte und seinen Expansionsbestrebungen in Richtung Süden einen Riegel vorschob. Die gleiche Funktion erfüllte auch die Besetzung mehrerer süddeutscher Bischofsstühle mit staufertreuen Amtsträgern. Dennoch wurde Heinrich der Löwe mit der Belehnung mit Bayern zum mächtigsten Territorialfürsten im Reich.
Auch nach der Machtübernahme in Bayern konzentrierte Heinrich seine Machtpolitik auf den Osten und Norden. In die Auseinandersetzungen um die dänische Thronfolge hatte er bereits zuvor eingegriffen. Ab 1154 machte er zudem von dem Recht auf Bistums- und die damit verbundenen Stadtgründungen im Ostseeraum Gebrauch, da er dort offiziell nur als Markgraf fungierte, lediglich im Namen des Königs, de facto jedoch mit weit darüber hinausgehendem Machtanspruch. 1154 richtete Heinrich der Löwe das Bistum Ratzeburg, 1160 das Bistum Schwerin ein. Das Bistum von Oldenburg in Holstein wurde in das 1158 erworbene Lübeck verlegt, wo er auch den Lübecker Dom stiftete. Zudem kontrollierte der Welfe mit Lübeck einen wichtigen Knotenpunkt des Ostseehandels. Darüber hinaus ließ Heinrich 1158 München und 1159 Landsberg am Lech gründen sowie die Reisestrecke über den Brenner absichern. Diese vor allem auf wirtschaftlichen Landesausbau gerichteten Aktionen in Bayern waren die Reaktion auf die durch Barbarossa effektiv abgeschnürten territorialen Ausdehnungsmöglichkeiten im Süden. 1160 eroberte Heinrich Mecklenburg. 1164 wurde er Lehnsherr über Hinterpommern.
Zwischen 1154 und 1156 verschoben sich die Frontstellungen im Reich. Heinrich trat in dieser Phase nicht mehr als Gegner des staufischen Kaisers auf, was sich unter anderem in seiner Scheidung von Clementia 1162 ausdrückte, deren Familie, die Zähringer, wegen Auseinandersetzungen um Burgund inzwischen in Opposition zu Barbarossa getreten war. 1165 vermittelte Rainald von Dassel die Verlobung von zwei Töchtern des englischen Königs Heinrich II. mit Barbarossa und Heinrich dem Löwen. Heinrich war dadurch in die staufische Heiratspolitik eingebunden. 1168 heiratete der Welfe im Mindener Dom Mathilde, während die Verlobung Barbarossas mit deren Schwester Eleonore kurz darauf aufgelöst wurde.
Als Zeichen seines Machtanspruches baute Heinrich Braunschweig zu seiner Residenzstadt (Hof) um und ließ dort um 1166 den Braunschweiger Löwen und die Burg Dankwarderode errichten. Auch war sein Einfluss auf die Literatur seiner Zeit immens. Beispiele sind das Evangeliar Heinrichs des Löwen, Der deutsche Lucidarius und Eilhart von Oberg.
Heinrich unternahm 1172 eine Pilgerreise in das heilige Land. Von dieser Reise soll er - so eine Legende - einen Löwen als Geschenk des oströmischen Kaisers in Byzanz mitgebracht haben. 1173 ließ er den Bau des Braunschweiger Domes beginnen. Diese Unternehmungen sowie die eigenständige "Außenpolitik" in Skandinavien und ein Heiratsangebot des byzantinischen Kaisers Manuel 1164 deuten Hinstoriker als Hinweis darauf, dass sich Heinrich als weit über den übrigen Reichsfürsten stehend begriff und dass er eine Sonderstellung seines Territoriums innerhalb des Reiches anstrebte; in etwa vergleichbar mit dem Königreich Böhmen.
Eine weitere Vergrößerung seines Herrschaftsbereichs strebte Heinrich der Löwe durch den 1175 oder 1176 geschlossenen Erbvertrag mit seinem Onkel Welf VI. an. Demnach sollte Heinrich zum Erben von Welfs Ländereien werden.
Der Sturz des Löwen
Welf VI.]
Heinrichs Machtanspruch und die von Barbarossa konsequent betriebene territoriale Hausmachtspolitik in Süddeutschland ließen den staufisch-welfischen Konflikt wieder aufflammen. Der erste deutliche Ausdruck dieser erneuten Frontstellung war Heinrichs Weigerung, 1176 auf dem 5. Italienzug in Chiavenna vor Legnano militärische Unterstützung ohne entsprechende Gegenleistungen zur Verfügung zu stellen. Heinrich verlangte die durch den Silberabbau reiche Stadt Goslar, was für Barbarossa unannehmbar war. Auf der anderen Seite hatte Barbarossa Welf VI. um Weihnachten 1178 dessen Gebiete nördlich der Alpen abgekauft und ihm wieder als Lehen zurückgegeben, was einen Eingriff in den Erbvertrag zwischen Welf VI. und Heinrich dem Löwen darstellte.
Zudem entzog Barbarossa Heinrich die Unterstützung in dessen Auseinandersetzungen mit dem Adel seiner Territorien. Heinrich befand sich zu diesem Zeitpunkt vor allem in Konflikt mit den Erzbischöfen von Bremen und Magdeburg, dem Bischof von Halberstadt und Albrecht dem Bären. Barbarossa ging schließlich juristisch gegen den Löwen vor. Allerdings erhob er auf dem Hoftag in Worms im Januar 1179 nicht selbst Klage gegen Heinrich, sondern ließ die Gegner des Herzogs wegen Rechtsbrüchen klagen, worauf Heinrich mit einer Gegenklage wegen Verwüstungen durch die Truppen des Kölner Erzbischofs im Gebiet von Hameln aus dem Jahr 1178 antwortete. Auf dem Hoftag von Magdeburg im Juni 1179 verkündete Barbarossa schließlich wegen Landfriedensbruchs und Nichtbefolgens mehrerer Ladungsgebote die Reichsacht gegen Heinrich.
In der Gelnhäuser Urkunde des Jahres 1180 wurde die Vergabe eines Teils des sächsischen Herzogtums an den Kölner Erzbischof festgeschrieben. Zugleich ist sie das wichtigste Quellendokument, das die erste Phase der Entmachtung Heinrichs schildert. Allerdings lässt auch die Gelnhäuser Urkunde zahlreiche Detailfragen zum genauen Verlauf der Entmachtung Heinrichs des Löwen offen. So muss es nach der Verkündung der Acht eine Phase gegeben haben, in der Heinrich die Gelegenheit zur Buße gehabt hatte, denn die dem Lehensentzug vorausgehende Oberacht wurde erst im Januar 1180 in Würzburg verhängt. Ungewöhnlich schnell wurde bereits im April 1180 auf dem Gelnhäuser Reichstag das sächsische Herzogtum wieder ausgegeben, noch bevor die Oberacht rechtskräftig geworden war. Historiker sehen darin den Effekt der Bemühungen des sächsischen Adels, der sich schnell seines Herzogs entledigen wollte. Bayern wurde erst im September, nachdem die Oberacht regulär gültig war, wieder ausgegeben.
Der Herrschaftsbereich Heinrichs wurde wie folgt aufgeteilt: Vom Herzogtum Bayern wurden die Steiermark und die andechsische Markgrafschaft Istrien abgetrennt. Der Rest fiel an die Wittelsbacher. Mit Herzogtum Sachsen wurde nach der Abtrennung von Westfalen an das Erzbistum Köln der Sohn Albrechts des Bären, Bernhard, belehnt.
Durch die damit erfolgte Zerschlagung der letzten beiden großen Stammesherzogtümer Bayern und Sachsen hatte die Entwicklung der Umgestaltung des Reiches von den alten, großen und nur locker aufgebauten Machtblöcken in kleinere, in sich geschlossene Fürstentümer, die zudem durch das Lehnsrecht enger an den König gebunden waren, ihren Abschluss gefunden. Diese Ereignisse gelten in der Forschung deshalb als Zäsur, die den Abschluss des sogenannten Reichsfürstenstandes vollendet hat.
Heinrich wollte sich dem Urteil nicht unterwerfen und leistete bereits nach dem Magdeburger Hoftag 1179 Widerstand. 1180 begann der Reichskrieg gegen ihn. Im August 1181 wurde Lübeck vom Reichsheer erobert und zur Reichsstadt erhoben sowie Braunschweig belagert. Große Teile Sachsens wurden verwüstet. Die überwiegende Mehrheit des sächsischen Adels wechselte aus dem welfischen in das kaiserliche Lager. In Lübeck belehnte Barbarossa als neuer Lehnsherr Herzog Bogislav I., der bis dahin Heinrich unterstanden hatte, mit dem Herzogtum Pommern. Im November 1181 unterwarf sich Heinrich dem Kaiser auf dem Reichstag von Erfurt. Erst zu diesem Zeitpunkt erhielt Bernhard von Sachsen neben dem Territorium auch den sächsischen Herzogstitel zugesprochen. Dies und die Auseinandersetzungen um den genauen Urteilsspruch gegen Heinrich den Löwen interpretieren Historiker als ein Zeichen für Spannungen zwischen dem Adel und Barbarossa. Letzterer hätte Sachsen auch als ledig gewordenes königliches Lehen einziehen können, scheint damit aber am Widerstand der norddeutschen Fürsten gescheitert zu sein. Die Fürsten setzten eine relativ milde auf drei Jahre befristete Verbannung Heinrichs sowie sein Anrecht auf sein unmittelbares Hausgut um Braunschweig durch, was diesem zwar eine absehbare Rückkehr ermöglichte, aber das Wiedererlangen seiner alten Machtposition erschwerte. Die von Barbarossa bevorzugte Variante hätte eine unbegrenzte Verbannung und den Verlust sämtlicher Güter vorgesehen. Allerdings hätte Heinrich damit einen Rechtsanspruch auf Begnadigung und Rückerstattung seiner gesamten Territorien gehabt, was die Lehensverpflichtung dem Kaiser gegenüber erneuert und Barbarossa gestärkt hätte. Durch die schließlich ausgesprochene starre Verbannungsfrist konnte die Neuaufteilung der Besitzungen Heinrichs danach als feststehender Rechtszustand angesehen werden. Vor allem die Askanier und der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg profitierten von diesem Urteil. Letzterer löste Heinrich den Löwen als mächtigster Reichsfürst Norddeutschlands ab.
Exil und Rückkehr
1182 sprach der Kaiser schließlich die Verbannung aus. Heinrich begab sich ins Exil zu seinem Schwiegervater König Heinrich II. von England. Spätestens 1184 begannen allerdings die Verhandlungen um die Rückkehr des Löwen. Hintergrund war ein Bündnis Barbarossas mit Balduin V. von Hennegau gegen den französischen König, für das der Kaiser die Unterstützung Heinrichs II. suchte. Das Bündnis scheiterte letztlich kurz vor dem geplanten Feldzug des Kaisersohns Heinrich VI. gegen Frankreich, dennoch war Heinrich der Löwe im Oktober 1185 in seine Besitzungen um Lüneburg und Braunschweig zurückgekehrt. Auf dem Mainzer Hoftag von 1188 weigerte sich Heinrich, am Dritten Kreuzzug teilzunehmen und verpflichtete sich zur Rückkehr ins Exil. Nach dem Aufbruch des Kreuzfahrerheeres und dem Tod seiner Frau Mathilde kehrte Heinrich 1189 verfrüht aus dem Exil zurück und erhob Ansprüche auf seine alten Territorien. Zunächst vermittelten die Erzbischöfe von Köln und Mainz einen Vergleich. Heinrich erhielt die Hälfte der Einnahmen aus Lübeck, musste dafür aber die Befestigungen Braunschweigs und Lübecks schleifen sowie seine Söhne mit Heinrich VI. auf Italienfahrt schicken. Nach dem Tod Friedrich Barbarossas 1191/1192 flammte die welfische Opposition erneut auf. Allerdings waren bereits Heinrichs Söhne ihre entscheidenden Anführer. Sie schleiften unter unter anderem die damals reiche Stadt Bardowick an der Ilmenau. 1192 ging auch Bernhard von Sachsen auf die welfische Seite über. 1194 bezog Heinrich der Löwe nach seiner Versöhnung mit Heinrich VI. wieder seine Güter um Braunschweig und starb dort am 6. August 1195.
Kinder
1195
- Heinrich heiratete 1147 zunächst Clementia von Zähringen, aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:
- Gertrud ( - nach 1150; † 1196 - verheiratet mit 1.) Friedrich IV. von Rothenburg, Herzog von Schwaben ( - um 1144; † 1167); 2.) im Jahr 1176 Hochzeit mit Knuth (VI.), König von Dänemark ( - 1162/1163; † 1202)
- Heinrich, Richenza († beide als Kind)
- Anschließend heiratete Heinrich 1168 Mathilde von England, aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:
- Richenza/Mathilde ( - 1172; † 1208/1209) – verheiratet mit 1.) Graf Gottfried von Perche († 1202); 2.) Engelram III. von Coucy († ca. 1242)
- Heinrich (V.), Pfalzgraf bei Rhein ( - ca. 1173/1174; † 1227) - verheiratet mit 1.) Agnes von Staufen; 2.) Agnes von Wettin
- Lothar ( - 1174/1175; † 1190)
- Kaiser Otto IV. ( - 1175/1176; † 1218)
- Wilhelm, Herzog von Lüneburg ( - 1184; † 1212/1213) - verheiratet mit Helena von Dänemark, Tochter von Waldemar I., König von Dänemark
- Aus einer Verbindung zur linken Hand hatte Heinrich mit einer namentlich nicht bekannten Konkubine, Tochter des Grafen Gottfried von Blieskastel, noch eine weitere Tochter:
- Mathilde ( - ca. 1155/1156; † vor 1219) - verheiratet nach 1167 mit Borwin I. (Mecklenburg)
Nachleben
Borwin I. (Mecklenburg) (im Hintergrund)]]
Nach seinem Tode wurde Heinrich der Löwe vor dem Hochchor des Braunschweiger Domes in einer Gruft neben seiner 2. Ehefrau Mathilde beigesetzt. Dies ist durch Arnold von Lübeck überliefert:
:„Circa ipsos dies mortuus est famosus ille dux Heinricus in Bruneswich et ... nihil est consecutus nisi memorabilem satis sepulturam una cum conjuge sua domina Mechthilde in ecclesia beati Blasii episcopi et martyris.”
:(Zur selben Zeit starb der berühmte Herzog Heinrich in Braunschweig. Er hat durch all seine Arbeit, die er unter der Sonne gehabt hatte, nichts erreicht als ein recht sehenswürdiges Grab, in welchem er mit seiner Gemahlin Mechthilde in der Kirche des Heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius beigesetzt wurde.)
Die Grabstätte Heinrichs und seiner Gemahlin Mathilde wurde im Sommer 1935 von den Nationalsozialisten aus politischem Kalkül geöffnet und grundlegend verändert. Eine detaillierte Beschreibung dieser Maßnahmen befindet sich hier.
Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt.
Chronisten
- Helmold von Bosau
- Arnold von Lübeck setzte die Chronica Slavorum Helmolds unter gleichem Titel fort.
- Gerhard von Steterburg, Propst in Steterburg, schrieb die Annales Stederburgenses (Steterburger Annalen)
Stand- und Denkmale
Annales Stederburgenses
- Braunschweiger Löwe
- Brunnenstandbild nach Entwurf Adolf Breymann, Bronzeguss für Braunschweig, gezeigt auf der Weltausstellung Wien 1873 (ausgezeichnet mit der Silbermedaillie), ausgeführt von Georg Ferdinand Howaldt
Literatur
- Gerd Biegel: Heinrich der Löwe. Kaiserenkel, Kaiserfreund, Kaiserfeind, Braunschweig 1996 ISBN 3-926701-26-9
- Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter, Göttingen 1997 ISBN 3-7881-0149-0
- Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie, 4. Aufl., München 1996 ISBN 3-423-04601-5
- Robert Slawski: Im Zeichen des Löwen, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Braunschweig 2004 ISBN 3-931727-00-9
Weblinks
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- [http://www.leistungsschein.de/archiv/geschichtswissenschaften/arbeiten/mittelalter/Hager_Maik_Heinrich_der_Loewe.htm Maik Hager, Heinrich der Löwe. Eine Biographie, TU Berlin WiSe 97/98 (www.leistungsschein.de).]
- [http://www.leistungsschein.de/archiv/geschichtswissenschaften/arbeiten/mittelalter/Hager_Maik_Gelnhaeuser_Urkunde.pdf Maik Hager, "Heinrich, einst Herzog von Bayern und Westfalen". Die Gelnhäuser Urkunde als Dokument für die Entmachtung Heinrichs des Löwen, TU Berlin WiSe 97/98 (www.leistungsschein.de).]
- [http://www.welfen.de/stammtafel.html Stammtafel der Welfen 790 bis heute]
- [http://www.welfen.de/braunschalleLinien.htm Welfische Linien von 1267 bis heute]
Siehe auch
- Deutschland im Mittelalter
- Welfen
- Liste der Herrscher namens Heinrich
Kategorie:Mann
Kategorie:Herzog (Sachsen)
Kategorie:Herzog (Bayern)
Kategorie:Deutscher
Kategorie:Welfen
Kategorie:Geboren 1129
Kategorie:Gestorben 1195
Braunschweig
Braunschweig (niedersächsisch Brunswiek) ist eine Großstadt in Norddeutschland im Osten des Bundeslandes Niedersachsen. Sie ist mit ca. 240.000 Einwohnern nach Hannover die zweitgrößte Stadt Niedersachsens und eines der Oberzentren des Landes. Braunschweig war bis 1918 Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, nach Abdankung des Herzogs Landeshauptstadt des Freistaats Braunschweig bis 1946. Bis zur Auflösung des Landkreises Braunschweig im Jahr 1974 war Braunschweig Kreisstadt sowie bis zum 31. Dezember 2004 Sitz der Bezirksregierung des gleichnamigen Regierungsbezirks (Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen). Die Stadt ist Sitz des Oberlandesgerichts Braunschweig. Nächstgelegene größere Städte sind Wolfsburg, etwa 26 km nordöstlich, Hannover, etwa 56 km westlich und Magdeburg, etwa 80 km östlich von Braunschweig. Die Einwohnerzahl der Stadt Braunschweig überschritt 1890 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Die Stadt Braunschweig ist Teil der geplanten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.
Geografie
Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen]
Braunschweig liegt im Alluvialtal auf zum Teil brüchigen, ehemals sumpfigen Böden zu beiden Seiten des Flusses Oker, welcher im östlichen und westlichen Umflutgraben den Stadtkern umfließt. Die Oker entspringt im Harz und mündet zwischen Gifhorn und Celle in die Aller.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Braunschweig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:
Lehre (Landkreis Helmstedt), Cremlingen, Sickte (Samtgemeinde Sickte) und Wolfenbüttel (alle Landkreis Wolfenbüttel), Salzgitter (Kreisfreie Stadt), Vechelde und Wendeburg (Landkreis Peine) sowie Schwülper, Vordorf und Meine (alle Samtgemeinde Papenteich, Landkreis Gifhorn)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Braunschweigs ist in 20 Stadtbezirke im Sinne von § 55 der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) eingeteilt. In jedem Stadtbezirk gibt es einen von der Bevölkerung gewählten Stadtbezirksrat mit einem Bezirksbürgermeister als Vorsitzenden. Die Stadtbezirksräte haben je nach Einwohnerzahl des Stadtbezirks zwischen 7 und 19 Mitglieder. Sie sind zu allen wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören.
Die Stadtbezirke wurden am 1. November 1981 eingerichtet. Damals waren es noch 22 Stadtbezirke, seit 2001 gibt es jedoch nur noch 20 Stadtbezirke, nachdem sich einige Stadtbezirke auf freiwilliger Basis zusammen geschlossen haben.
Die 20 Stadtbezirke mit ihren amtlichen Nummern:
- Stadtbezirk 111: Wabe-Schunter
- Stadtbezirk 112: Bienrode-Waggum-Bevenrode
- Stadtbezirk 113: Hondelage
- Stadtbezirk 114: Volkmarode-Schapen
- Stadtbezirk 120: Östliches Ringgebiet
- Stadtbezirk 212: Heidberg-Melverode
- Stadtbezirk 213: Südstadt-Rautheim-Mascherode
- Stadtbezirk 214: Stöckheim-Leiferde
- Stadtbezirk 221: Innenstadt
- Stadtbezirk 222: Viewegs Garten-Bebelhof
- Stadtbezirk 311: Weststadt
- Stadtbezirk 312: Timmerlah-Geitelde-Stiddien
- Stadtbezirk 313: Broitzem
- Stadtbezirk 314: Rüningen
- Stadtbezirk 320: Westliches Ringgebiet
- Stadtbezirk 412: Lehndorf-Watenbüttel
- Stadtbezirk 413: Veltenhof-Rühme
- Stadtbezirk 414: Wenden-Thune-Harxbüttel
- Stadtbezirk 421: Nordstadt
- Stadtbezirk 422: Schunteraue
Für statistische Zwecke ist das Stadtgebiet Braunschweig in insgesamt 74 Statistische Bezirke eingeteilt, die fortlaufend nummeriert sind. Diese tragen meist historische Namen.
01 Stadtkern, 02 Hagen, 03 Altewiek, 04 Hohetor, 05 Neustadt, 06 Altes Hochschulviertel, 07 Am Hagenring, 08 Prinzenpark, 09 Viewegs Garten, 10 Bürgerpark, 11 Wilhelmitor-Süd, 12 Wilhelmitor-Nord, 13 Petritor-Ost, 14 Petritor-West, 15 Petritor-Nord, 16 Nordbahnhof, 17 Neues Hochschulviertel, 18 Gliesmarode, 19 Riddagshausen, 20 Hauptfriedhof, 21 Hauptbahnhof, 22 Bebelhof, 23 Zuckerberg, 24 Am Südsee, 25 Gartenstadt, 26 Hermannshöhe, 27 Rothenburg, 28 Weinberg, 29 Alt-Lehndorf, 30 Siedlung Lehndorf, 31 Ölper Holz, 32 Kanzlerfeld, 33 Bundesanstalten, 34 Völkenrode, 35 Watenbüttel, 36 Ölper, 37 Schwarzer Berg, 38 Veltenhof, 39 Hafen, 40 Rühme-West, 41 Rühme-Ost, 42 Vorwerksiedlung, 43 Siegfriedviertel, 44 Schuntersiedlung, 45 Kralenriede, 46 Bienrode, 47 Querumer Forst, 48 Querum, 49 Pappelberg, 50 Naturschutzgebiet, 51 Mastbruch, 52 Lindenberg, 53 Südstadt, 54 Heidberg, 55 Melverode, 56 Broitzem, 57 Geitelde, 58 Stiddien, 59 Timmerlah, 60 Lamme, 61 Wenden, 62 Harxbüttel, 63 Thune, 64 Waggum, 65 Bevenrode, 66 Hondelage, 67 Dibbesdorf, 68 Volkmarode, 69 Schapen, 70 Rautheim, 71 Mascherode, 72 Stöckheim, 73 Leiferde, 74 Rüningen
Geschichte
Braunschweig wurde der Legende nach vom sächsischen Grafen Bruno II. († 1017) gegründet. Der Stadtname, ursprünglich Brunswik, setzt sich zusammen aus dem Eigennamen Bruno und der Bezeichnung für einen Rast-, Lager- und Umschlagplatz der Kaufleute, wik. Der Ort war dafür ideal geeignet, da er an einer Oker-Furt lag. Schriftlich erwähnt wird der Name Braunschweigs zum ersten Mal als Brunesguik in der Weiheurkunde der St. Magni-Kirche aus dem Jahre 1031. Nach anderer Herleitung ist der erste Teil des Namens jedoch in der Bedeutung von Brand zu sehen, Brunswik wäre demnach ein Platz, der durch Brandrodung entstanden ist.
Furt
Braunschweig unter Heinrich dem Löwen
Braunschweig wuchs unter Herzog Heinrich dem Löwen ( - 1129/30, † 6. August 1195, u. a. der Gründer von München, 1158 und Lübeck (1159), zu einer mächtigen Stadt mit mehreren Stadtteilen (sog. Weichbilde wie z. B.: dem von Heinrich gegründeten Hagen, darüber hinaus „Altstadt“, „Neustadt“, „Altewiek“ und „Sack“). Zusätzlich gab es zwei Sonderbezirke, die Klosterfreiheit St. Ägidien und den Burgbereich. Jeder dieser Stadtteile hatte sein eigenes Recht und somit sein eigenes Rathaus und Gotteshaus.
Burgbereich]
Heinrich baute Braunschweig zu seiner Residenz aus. Er erweiterte die brunonische Burg Dankwarderode, ließ die alte Kirche von 1030 niederbrennen und 1173 einen Dom an ihrer Stelle errichten, der kurz vor Heinrichs Tod weitgehend fertiggestellt und mit dem Weihfest am 29. Dezember 1226 abgeschlossen war. Er ist St. Blasius, Johannes dem Täufer und Thomas Becket geweiht. Heute dient der Braunschweiger Dom als evangelisch-lutherische Kirche.
Heinrich der Löwe erlangte so viel Macht, dass er den Löwen zu seinem Wappentier wählte und um 1166 einen Bronzelöwen gießen ließ, den er auf dem Burgplatz aufstellte (das Original befindet sich heute in der Burg) - die erste freistehende Bronzeskulptur nördlich der Alpen. Es ist das Wahrzeichen und Wappentier der Stadt.
Braunschweig war durch seine Lage an der bis hier schiffbaren Oker eine wichtige Handelsstadt und vom 13. Jahrhundert an Mitglied der Hanse.
Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
Auch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg geht auf Heinrich den Löwen zurück und war Teil des Landes der Welfen. In der Folge zerfiel das Herzogtum durch Erbteilung in verschiedene Teilstaaten. Im 14. Jahrhundert bildete sich das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel heraus. Die Stadt Braunschweig gewann etwa 1430 die städtische Unabhängigkeit und die welfischen Landesherren verlegten ihre Residenz ins nahe Wolfenbüttel. Braunschweig gilt neben Gent und Paris als eine der unruhigsten Städte des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Immer wieder wurden Verfassungskonflikte durch revolutionäre Bürgerunruhen ausgetragen, die in Braunschweig "Schichten" genannt wurden.
1671 kam die Stadt wieder unter fürstliche Herrschaft und 1753 verlegte die Herzöge ihre Residenz nach Braunschweig zurück. In diesem Zeitraum entstand das Braunschweiger Residenzschloss.
Im Barock war Braunschweig unter anderem geprägt durch Herzog Anton Ulrich, der in Salzdahlum nahe Wolfenbüttel eine barocke Residenz mit einem herausragenden Garten schuf. Das Herzog Anton Ulrich-Museum mit seinen bedeutenden Werken geht auf ihn zurück.
1806 wurde Karl Wilhelm Ferdinand, Herzog von Braunschweig, als preußischer Generalfeldmarschall in der Schlacht bei Jena und Auerstedt tödlich verwundet. Als Folge des sich daran anschließenden Friedens von Tilsit wurde Braunschweig von den Franzosen besetzt und war vom Juli 1807 bis Oktober 1813 mit dem Département Oker Teil des neu gegründeten napoleonischen Königreiches Westfalen.
Herzogtum Braunschweig
Nach dem Wiener Kongress wurde es 1814 als Herzogtum Braunschweig wieder gegründet. Hier gehörte Braunschweig zunächst zur Kreisdirektion Wolfenbüttel, doch wurde sie 1825 eine landesunmittelbare Stadt und 1833 Sitz einer eigenen Kreisdirektion, aus dem später der Landkreis Braunschweig hervorging. 1850 wurde sie erneut landesunmittelbar.
1850
Im Deutschen Krieg von 1866 kämpften die Braunschweiger auf der Seite Preußens. Das Herzogtum trat 1871 freiwillig dem Deutschen Reich bei. Nachdem 1884 Wilhelm, der letzte braunschweiger Welfenherzog, kinderlos verstarb, wurde Braunschweig durch das Königreich Preußen verwaltet. Erst mit der Hochzeit zwischen Viktoria Luise (Tochter Kaiser Wilhelm II.) und Prinz Ernst August von Braunschweig-Lüneburg am 24. Mai 1913 kam es zur Aussöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern und ein Welfe wurde erneut Herrscher über Braunschweig. Ab 1870 gehörte die Stadt zur Kreisdirektion Braunschweig.
Im November 1918 kam es in Braunschweig zwei Tage früher als in Berlin zur Revolution, der Herzog musste abdanken.
1924 bzw. 1933 wurde Braunschweig endgültig autonom, d.h. die Stadt erhielt einen Status, den man anderenorts als kreisfreie Stadt bezeichnet, blieb aber weiterhin Sitz des Landkreises Braunschweig.
Braunschweig zur Zeit des Nationalsozialismus
Die Stadt Braunschweig trägt seit Jahrzehnten vollkommen zu Unrecht das Stigma, dafür verantwortlich zu sein, dass der ehemals österreichische Staatsangehörige und seit 1925 auf eigenes Betreiben staatenlose Adolf Hitler durch diverse politische Schachzüge eine Anstellung als Regierungsrat beim Braunschweiger Landeskultur- und Vermessungsamt (mit Datum vom 25. Februar 1932) - mit Dienstpflicht als Sachbearbeiter bei der Braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin – zugeschanzt bekam.
Verantwortlich dafür war nicht die Stadt, sondern ein direkter Auftrag der NSDAP-Parteiführung an das NSDAP-Mitglied und Minister für Inneres und Volksbildung des Freistaates Braunschweig Dietrich Klagges. Goebbels notierte diesbezüglich am 4. Februar 1932 in seinem Tagebuch: „Es ist beabsichtigt, den Führer in Braunschweig zum außerordentlichen Professor zu ernennen.“
Zunächst versuchte Klagges, Hitler eine außerordentliche Professur für den konstruierten Lehrstuhl „Politik und organische Gesellschaftslehre“ an der Technische Hochschule Braunschweig zuzuschanzen. Dieser dilettantische Versuch scheiterte jedoch kläglich, denn ihm stellte sich sofort eine große Opposition u. a. aus der Hochschulleitung entgegen (man wollte an der renommierten Braunschweiger Universität keinen arbeitslosen Postkartenmaler ohne Schulabschluss). Der Plan wurde alsbald fallen gelassen.
Es folgte ein zweiter Versuch, dessen Ideegeber der DVP-Abgeordnete Dr. Wessels war. Dieser schlug vor, Hitler eine Stelle in der braunschweigischen Gesandtschaft beim Reichsrat in Berlin zu besorgen.
Dieser zweite Anlauf glückte schließlich: Am 26. Februar 1932 erfolgte Hitlers Vereidigung, womit er gleichzeitig die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt und schließlich die Möglichkeit, bei der Reichspräsidentenwahl zu kandidieren. Offensichtlich erschöpfte sich damit aber auch schon seine Tätigkeit für die Gesandtschaft des Landes Braunschweig in Berlin. Von einer weiteren Ausübung seiner Dienstpflichten gegenüber dem Land Braunschweig ist nichts überliefert. Im Übrigen stimmte der Landtag des Freistaates Braunschweig am 1. März 1932 der vom Staatsministerium für Inneres beantragten Regierungsratstelle zu und schloss damit die Einbürgerung Hitlers ab.
Nur sieben Monate später, im Oktober 1932, beantragte Hitler unbefristeten Urlaub, da „die fortlaufenden politischen Kämpfe“ ihm „in der nächsten Zeit die Erfüllung [seines] Dienstauftrages“ nicht ermöglichten. Am 16. Februar 1933 ersuchte der nunmehr amtierende Reichskanzler Adolf Hitler in einem kurzen Schreiben um Entlassung aus dem braunschweigischen Staatsdienst - welche ihm umgehend „mit sofortiger Wirkung“ gewährt wurde.
Einige Historiker zweifeln inzwischen an, ob Hitler tatsächlich jemals die deutsche Staatsbürgerschaft offiziell erwarb - rückblickend betrachtet eher eine akademische und müßige Frage.
Ironie der Geschichte: Hitler hätte am 30. Januar 1933 auch ohne die deutsche Staatsangehörigkeit, die er auf so schmähliche Weise vom Freistaat Braunschweig 1932 zugeschanzt bekommen hatte, Reichskanzler werden können.
Hitlers „Gastspiel“ in Braunschweig war nur von kurzer Dauer. Schon vor 1932 war er nur selten in der Stadt, danach nur noch ein einziges Mal: am 17. Juli 1935 nahm er die Umbauarbeiten im Braunschweiger Dom in Augenschein und besuchte die Gemeinschaftssiedlung Lehndorf.
Traurig und beschämend für Braunschweig: Dieser Makel wird wohl noch lange auf der Stadt liegen, da immer noch viel zu wenige Menschen (selbst in Braunschweig) von den tatsächlichen Geschehnissen wissen.
Im Braunschweig zur Zeit des Nationalsozialismus spielt das Buch "Ich war Hitlerjunge Salomon" von Sally Perel, welches auch verfilmt wurde. Perel hatte als jüdisches Kind den Krieg in einer Schule für Hitlerjungen in Braunschweig überlebt, nachdem er sich in Osteuropa gegenüber den Besatzern als nichtjüdisches deutsches Waisenkind ausgegeben hatte, um dem Holocaust zu entgehen.
Zerstörung des alten Braunschweig
Im Zweiten Weltkrieg wurde vor allem Braunschweigs mittelalterlich geprägte Innenstadt durch Luftangriffe sehr stark zerstört und somit das Antlitz der über tausendjährigen Großstadt nachhaltig und bis in die Gegenwart reichend entstellt. Mehr als 40 schwere und schwerste Angriffe britischer und amerikanischer Bomberverbände galten vorwiegend Rüstungsbetrieben (Flugzeuge, Panzer, optische Präzisionsinstrumente) und der Versuchsanstalt für Luftfahrt im Westen der Stadt, verheerten aber ab 1943 auch immer stärker das gesamte Stadtgebiet.
Bombenangriff am 15.Oktober 1944
Beim schlimmsten Angriff in der Nacht vom 14. Oktober auf den Sonntag, den 15. Oktober 1944 wurden fast die gesamte Innenstadt (ca. 90%) sowie sämtliche Kirchen zerstört. Hunderte von Fachwerkhäusern gingen im 2½ Tage wütenden Feuersturm unter, weil das British Bomber Command für dieses Flächenbombardement eine Mischung aus ca. 200.000 Phosphor-, Brand- und Sprengbomben verwendete, um möglichst großflächige Schäden durch schwer zu bekämpfende Brände zu verursachen. Durch eine Ironie des Schicksals blieb der Braunschweiger Dom, den die Nazis zur Nationalen Weihestätte umfunktioniert hatten, von den Bomben verschont. In dieser Nacht starben in Braunschweig zwischen 484 und 640 Menschen. Ungefähr 23.000 Personen, die sich vor dem Bombardement in Bunker der Innenstadt gerettet hatten, saßen dort wegen des sich aus den Bränden schnell entwickelnden Feuersturms gefangen und konnten nur durch die Initiative des Leutnants der Braunschweiger Feuerschutzpolizei Rudolf Prescher ( - 1912 in Dresden; † 1997 in Braunschweig) am frühen Morgen des 15. Oktober durch Bildung von „Wassergassen“ gerettet werden. Insgesamt sind dem Luftkrieg in Braunschweig nach Meldungen des Braunschweiger Standesamts 1.619 Deutsche und 1.286 Ausländer zum Opfer gefallen.
Braunschweig nach dem zweiten Weltkrieg
Ein Stadtplan von 1948 (sog. Trümmerplan) zeigt die Innenstadt in weitgehend verwüstetem Zustand, erschlossen durch zahlreiche kleine Gleise einer "Trümmerbahn", mit welcher nach und nach der Schutt der zerstörten Häuser abtransportiert wurde.
Nach Zuordnung des Landes Braunschweig zum späteren Bundesland Niedersachsen 1946 wurde der einem Regierungsbezirk vergleichbare "Verwaltungsbezirk Braunschweig" geschaffen, zu dem u.a. die kreisfreie Stadt und der Landkreis Braunschweig gehörten.
Das Wiederaufbaukonzept der Stadt geschah um sog. "Traditionsinseln" herum, die, etwa beim Altstadtmarkt, ein weitgehend historisches Bild der Stadt bewahren. 1960 kam es zum Höhepunkt des Wiederaufbaus und der Umgestaltung Braunschweigs, als die Ruine des Braunschweiger Residenzschlosses entgegen dem Willen der protestierenden Bevölkerung abgerissen wurde.
Im Rahmen der Kreisreform in Niedersachsen 1977 wurde der Landkreis Braunschweig aufgelöst und sein Gebiet auf die umliegenden Landkreise aufgeteilt. Die Stadt selbst blieb aber kreisfrei. 1978 entstand schließlich aus dem Verwaltungsbezirk Braunschweig der neue Regierungsbezirk Braunschweig mit neuem Zuschnitt. Die Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen wurden zum 1. Januar 2005 aufgelöst.
Eingemeindungen
- 1931: Veltenhof
- 1934: Gliesmarode, Lehndorf, Melverode, Oelper, Querum, Riddagshausen und Rühme
- 1. März 1974 insgesamt 22 Gemeinden, und zwar
- vom Landkreis Braunschweig die Gemeinden Bevenrode, Bienrode, Broitzem, Dibbesdorf, Hondelage, Lamme, Mascherode, Rautheim, Rüningen, Schapen, (Klein-)Stöckheim, Thune, Timmerlah, Völkenrode, Volkmarode, Waggum, Watenbüttel und Wenden ¹
- vom Landkreis Gifhorn die Gemeinde Harxbüttel
- vom Landkreis Wolfenbüttel die Gemeinden Geitelde, Leiferde und Stiddien
¹ die restlichen Gemeinden des Landkreises Braunschweig wurden den Nachbarlandkreisen eingegliedert
Einwohnerentwicklung
Landkreis Wolfenbüttel
¹ Volkszählungsergebnis
Hinweis: Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
Religionen
Die Stadt Braunschweig gehörte anfangs zum Gebiet der Bistümer Hildesheim und Halberstadt. Die Grenze beider Bistümer bildete die Oker. Das hildesheimische Gebiet gehörte zum Archidiakonat Stöckheim, das halberstädtische zum Archidiakonat Atzum. 1391 wurde von beiden Bischöfen in Braunschweig ein Offizialat eingerichtet, das die kirchlichen Angelegenheiten der Stadt im Auftrag beider Bistümer erledigte.
Ab 1522 fand die reformatorische Bewegung Einzug und ab 1525 wurde die erste evangelische Predigt in Braunschweig gehalten. Bis 1528 wurde die Reformation nach lutherischem Bekenntnis durch Luthers Mitstreiter Dr. Johann Bugenhagen eingeführt. Die Stadt bekam eine über die Stadtgrenzen hinaus berühmte Kirchenordnung und war fortan über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Sie regelte ihre kirchlichen Angelegenheiten relativ autonom. Erst 1671 wurde die Kirchenverwaltung in die Braunschweigische Evangelisch-Lutherische Landeskirche des Herzogtums Braunschweig eingegliedert. Hier wurde die Stadt alsbald Sitz einer Superintendentur. Heute bezeichnet man diese Verwaltungsebene als Propstei. Alle protestantischen Kirchengemeinden der Stadt, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt, gehören heute zur Propstei Braunschweig der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig.
Im 18. Jahrhundert gründeten sich in Braunschweig auch eine deutsch-reformierte und eine französisch-reformierte Gemeinden, die sich 1811 zu einer reformierten Gemeinde vereinigten. Bis heute ist die Kirchengemeinde selbständig geblieben. Sie wurde 1928 Gründungsmitglied des Bundes Evangelisch-reformierten Kirchen Deutschlands, der bis heute eine kleine Anzahl reformierter Gemeinden umfasst, die nicht Mitglied in einer Landeskirche sind und in Braunschweig seinen Sitz hat.
Ebenfalls Anfang des 18. Jahrhunderts wurden auch den Katholiken in Braunschweig wieder gestattet, Gottesdienste abzuhalten, so dass sich alsbald eine katholische Gemeinde gründen konnte. Diese gehörte ab 1824 zum neu festgelegten Bistum Hildesheim, welches bis 1930 zur Kirchenprovinz Köln (Erzbistum Köln), dann zur Kirchenprovinz Paderborn (Erzbistum Paderborn) und seit 1995 zur neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg (Erzbistum Hamburg) gehört. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Braunschweig, dessen Gebiet auch Gemeinden außerhalb der Stadt Braunschweig umfasst. Katholische Hauptkirche in Braunschweig ist das Liebfrauenmünster St. Aegidien, die Kirche eines ehemaligen Benediktinerklosters.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), die Evangelisch-methodistische Kirche, die Evangelische Freikirche Querum, das Christuszentrum Braunschweig e. V., die Ecclesia-Gemeinde Braunschweig e. V. und die Gemeinschaft Christi.
Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Neuapostolische Kirche, die Apostolische Sendungskirche, Die Christengemeinschaft, die Kirche Christi, Wissenschaftler (Christian Science) und die Jehovas Zeugen in Braunschweig vertreten.
Seit dem Mittelalter gab es in Braunschweig ein vielgestaltiges jüdisches Leben. Die 1875 fertiggestellte Synagoge wurde unter der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1938 zerstört. Von 1942 bis 1945 wurden die Braunschweiger Juden in die Vernichtungslager im Osten deportiert.
Heute gibt es wieder eine jüdische Gemeinde mit über 600 Mitgliedern.
Politik
An der Spitze der Stadt Braunschweig stand anfangs der herzogliche Vogt, doch wurde das Amt bereits im 12. Jahrhundert an Bürger verliehen. Einen Rat gab es in den drei so genannten Weichbildern Altstadt, Hagen und Neustadt in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die drei Räte schlossen sich seit 1269 zu einem Rat der Gesamtstadt zusammen. Die Zusammensetzung des Rates variierte im Laufe der Geschichte mehrmals, 1386 hatte er 105 Mitglieder, ab 1614 nur noch 56. Die laufende Verwaltung oblag einem Ausschuss des Rates ("Enger Rat"), der ab 1386 25, ab 1614 15 Mitglieder hatte. Ab 1671 gab es nur noch einen aus 16 Senatoren bestehenden Rat, der vom Herzog zu bestätigen war. Dem Rat stand ein Bürgermeister vor. Während der französisch-westfälischen Zeit 1808 bis 1813 galt die "Maireverfassung", mit einem Maire an der Spitze der Stadt. Danach wurde die alte Verfassung mit dem Rat, der sich nunmehr "Stadtgericht" nannte, wieder eingeführt. Nach Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahre 1825 führte der Rat die Bezeichnung Magistrat. Bereits ab 1813 trug das Stadtoberhaupt den Titel "Stadtdirektor", seit 1848 gibt es einen "Oberbürgermeister" in Braunschweig. Während des Zeit des Dritten Reiches wurde das Stadtoberhaupt von der NSDAP eingesetzt.
1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 2001 wurde in Braunschweig die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seit 2001 direkt vom Volk gewählt. Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird.
Oberbürgermeister seit 1807
- 1807 - 1808: Wilhelm August Christian Freiherr von Mahrenholtz, Maire
- 1809 - 1813: Friedrich Ludwig Freiherr von Münchhausen, Maire
- 1813 - 1825: Johann Heinrich Wilmerding, Stadtdirektor
- 1825 - 1848: Wilhelm Julius Ludwig Bode, Stadtdirektor
- 1848 - 1879: Dr. Karl Wilhelm Heinrich Caspari, Oberbürgermeister
- 1879 - 1904: Wilhelm Pockels, Oberbürgermeister
- 1904 - 1925: Hugo Retemeyer, Oberbürgermeister
- 1925 - 1929: Dr. Paul Trautmann, Oberbürgermeister
- 1929 - 1933: Ernst Böhme (SPD), Oberbürgermeister
- 1933 - 1943/45: Dr. Wilhelm Hesse (NSDAP), Oberbürgermeister
- 1943 - 1945: Dr. Hans Joachim Mertens, kommissarischer Oberbürgermeister
- 1945: Dr. Erich Bockler, Oberbürgermeister
- 1945: Hugo Macke, Oberbürgermeister
- 1945 - 1948: Ernst Böhme (SPD), Oberbürgermeister (2. Amtszeit)
- 1949 - 1953: Otto Bennemann (SPD), Oberbürgermeister
- 1953 - 1955: Dr. Kurd Semler (CDU), Oberbürgermeister
- 1955 - 1959: Otto Bennemann (SPD), Oberbürgermeister (2. Amtszeit)
- 1959 - 1964: Martha Fuchs (SPD), Oberbürgermeisterin
- 1964 - 1972: Bernhard Ließ (SPD), Oberbürgermeister
- 1972 - 1974: Walter Klöditz (SPD), Oberbürgermeister
- 1974 - 1976: Günter Jaenicke (CDU), Oberbürgermeister
- 1976 - 1981: Gerhard Glogowski (SPD), Oberbürgermeister
- 1981 - 1986: Hartmut Scupin (CDU), Oberbürgermeister
- 1986 - 1990: Gerhard Glogowski (SPD), Oberbürgermeister (2. Amtszeit)
- 1990 - 2001: Werner Steffens (SPD), Oberbürgermeister
- 2001 - heute: Dr. Gert Hoffmann (CDU), Oberbürgermeister
Oberstadtdirektoren 1946 - 2001
- 1946 - 1960: Erich Walter Lotz
- 1960 - 1980: Hans Günther Weber
- 1980 - 1989: Dr. Joachim Körner
- 1989 - 2001: Dr. Jürgen Bräcklein
Wappen
Das Wappen der Stadt Braunschweig zeigt in Silber einen schwarz bewehrten, rot gezungten roten Löwen.
Der Löwe ist das Symbol Heinrichs des Löwen, der die Stadt Braunschweig zu einem bedeutenden Gemeinwesen ausbaute. Es ist schon seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Die heutige offizielle Festlegung erfolgte erst 1953 in der Hauptsatzung der Stadt.
Städtepartnerschaften
Braunschweig unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft bzw. -freundschaft:
- 25pxBandung, Indonesien, seit 1960
- 25pxNîmes, Frankreich, seit 1962
- 25pxBath, Vereinigtes Königreich, seit 1971
- 25pxSousse, Tunesien, seit 1980
- 25pxKiryat Tivon, Israel, seit 1985/86
- 25pxKasan, Russland, seit 1988 (Städtefreundschaft)
- 25pxOmaha, Nebraska, USA, seit 1992 (Städtefreundschaft)
- 25pxMagdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, seit 1987
Wirtschaft und Infrastruktur
Stadt und Region Braunschweig haben in ihrer Geschichte mehrere industrielle Strukturwandel erlebt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Braunschweig ein Zentrum der Konservenindustrie mit vielen verarbeitenden Betrieben sowie einer spezialisierten Maschinenbau-Industrie. Mit dem Niedergang der Konservenindustrie und der Abwanderung der Industrie in andere Länder verschob sich der Schwerpunkt in Richtung auf die Automobilindustrie.
Automobilindustrie
Braunschweig war Sitz der Büssing Automobilwerke, die 1972 in der Firma MAN aufgegangen sind. Die Fahrzeuge der MAN tragen noch heute das Firmenemblem der Firma Büssing, einen stilisierten Braunschweiger Löwen, auf dem Kühlergrill. Die Fahrzeuge mit dem stilisierten Braunschweiger Löwen werden heute in Salzgitter hergestellt, 20 km südlich von Braunschweig. 1904 wurde auf der Strecke von Wendeburg nach Braunschweig die weltweit erste und noch heute bestehende Omnibuslinie eröffnet. Heinrich Büssing aus Nordsteimke betrieb sie mit seiner "Automobil-Omnibus-Betriebs-Gesellschaft Braunschweig" . Auf der Strecke setzte er zum Praxistest Fahrzeuge ein, die er in seinem Werk bauen ließ.
Die Automobilindustrie ist durch ein Herstellungswerk der Volkswagen AG und die Nähe der Stadt Wolfsburg sowie zahlreiche Zulieferfirmen für die Volkswagen AG und die MAN nach wie vor prägend für Braunschweig, da ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze und auch der Steuereinnahmen direkt und indirekt an dieser Branche ausgerichtet sind.
Maschinenbau
Ein interessantes Experiment ist die "Kooperationsinitiative im Maschinenbau", ein Zusammenschluss mittelständischer Maschinenbau-Unternehmen aus der Region Braunschweig, die gemeinsam einkaufen, die Qualifikation der Mitarbeiter erhöhen und auch auf anderen Gebieten zusammenarbeiten.
Musikinstrumente
Braunschweig ist eines der Zentren der deutschen Musikinstrumentenindustrie. Hier haben unter anderem die Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik GmbH als der größte deutsche Hersteller von Klavieren und Flügeln und mit der Grotrian-Steinweg GmbH ein weiterer namhafter Hersteller ihren Sitz.
Zuckerindustrie
Traditionell ist Braunschweig auch eines der Zentren der deutschen Zuckerindustrie, schon aufgrund des intensiven Anbaus von Zuckerrüben im Braunschweiger Raum seit etwa 1850. Die Technische Universität Braunschweig hat für die Forschung an der Zuckerherstellung und -verarbeitung schon seit Jahrzehnten ein eigenes Institut.
Die durch einen Zusammenschluss aus mehreren Zuckerfabriken hervorgegangene Nordzucker AG hat nach der Fusion Braunschweig als Sitz gewählt. Sie ist jetzt der zweitgrößte deutsche Hersteller von Zuckererzeugnissen.
Medien
Braunschweig ist Sitz eines Studios des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Als Tageszeitung erscheint in Braunschweig die Braunschweiger Zeitung und die nicht zum Konzern gehörende unabhängige Wochenzeitung, der Braunschweig Report (seit 1985). In Braunschweig und der näheren Umgebung sendet ein Lokalradio namens "[http://www.okerwelle.de/onhp/ Radio Okerwelle]".
Mittelwellensender des Deutschlandfunks
In Cremlingen betreibt die Deutsche Telekom AG einen Mittelwellensender im Auftrag des Deutschlandfunks. Dieser Sender wird oft, obwohl er sich nicht im Stadtgebiet von Braunschweig befindet, als "Sender Braunschweig" bezeichnet.
Verkehr
Siehe: Verkehr in Braunschweig
Öffentliche Einrichtungen
Verkehr in Braunschweig
Braunschweig ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen bzw. Körperschaften des öffentlichen Rechts:
- Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
- Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft
- Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, ein Institut der Helmholtz-Gemeinschaft (GBF)
- Handwerkskammer Braunschweig - Kammerbezirk: Kreisfreie Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie Landkreise Helmstedt, Goslar, Peine und Wolfenbüttel
- Luftfahrt-Bundesamt (LBA)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt mit der berühmten Atomuhr (PTB)
Bildungs- und Forschungseinrichtungen
Atomuhr
- Amtliche Materialprüfungsanstalt für das Bauwesen (MPA)
- Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA)
- Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
- Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ)
- Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der DLR-Standort Braunschweig ging aus der 1936 gegründeten Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt hervor. Hauptarbeitsgebiete sind Flugmechanik, Flugführung und Flugsicherung, Aerodynamik und die Entwicklung leistungsfähiger Werkzeuge für Berechnungen, sowie Struktursysteme (Adaptronik und extremer Leichtbau). Der Standort arbeitet eng mit dem benachbarten Luftfahrtbundesamt, der Technischen Universität und anderen ansässigen Forschungseinrichtungen zusammen.
- Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel; Die Fachhochschule wurde 1971 durch Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschule Wolfenbüttel mit der Höheren Fachschule für Sozialarbeit des Landes Niedersachsen gegründet. In den folgenden Jahren kamen weitere Fachbereiche hinzu.
- Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)
- Die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) ist ein Zentrum für Infektionsforschung und gehört der Helmholtz-Gemeinschaft an, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf Erregern, die medizinisch relevant sind oder als Modell für die Untersuchung von Infektionsmechanismen genutzt werden. Träger der GBF sind die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen (90:10). Die GBF beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und verfügt über einen Jahresetat von rund 47 Millionen Euro.
- Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK); Die Hochschule wurde 1963 aus einer früheren Werkkunstschule gegründet. 1972 wurde sie eine wissenschaftliche Hochschule und seit 1978 hat sie den Status einer Künstlerisch-Wissenschaftlichen Hochschule. Sie ist die einzige Kunsthochschule Niedersachsens.
- Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST), Fraunhofer-Institut
- Institut für angewandte Mikroelektronik (IAM)
- Luftfahrtbundesamt (LBA)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
- Die Technische Universität Carolo-Wilhelmina wurde 1745 als „Collegium Carolinum“ gegründet. 1862 wurde dieses zur „Herzoglichen Polytechnische Schule“ umgewandelt und 1877 zur „Technischen Hochschule erhoben“. 1968 kamen eine Philosophische und eine Staatswissenschaftliche Fakultät hinzu. Gleichzeitig wurde die TH in „Technische Universität“ umbenannt.
- Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut für Holzforschung (WKI)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut
- Staatstheater Braunschweig (Oper, Operette, Ballett und Schauspiel)
- figurentheater fadenschein
- Komödie am Altstadtmarkt
- LOT Theater
- "Mutabor", 1994 gegründetes Schülertheater
- Niederdeutsches Theater
- Premiere Amateurtheater Braunschweig
- Studio Bühne Braunschweig
- Theater Fanferlüsch
- Theater Zeitraum
Museen
Staatstheater Braunschweig]
- Braunschweigisches Landesmuseum; gegründet 1891
- Eisenbahnmuseum
- Friedrich-Gerstäcker-Museum; gegründet am 01.12.1982, s. auch Friedrich Gerstäcker
- Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße
- Grammophon-Museum „Harmonie“; gegründet 1998
- Haus Salve Hopes, Kunstverein Braunschweig e. V.
- Herzog Anton Ulrich-Museum mit Burg Dankwarderode (Mittelaltersammlung). Es beinhaltet Sammlungen Alter Kunst. Benannt ist es nach dem Sammler Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg; hervorgegangen aus dem 1754 von Herzog Karl I. eröffneten Kunst- und Naturalienkabinett
- Raabe-Haus; Wilhelm Raabes letztes Wohnhaus, als Gedächtnisstätte für ihn 1948 gegründet
- Landtechnik-Museum Braunschweig, Gut Steinhof
- Mineralien-Kabinett, im Institut für Geowissenschaften der TU Braunschweig; gegründet 1978
- Staatliches Naturhistorisches Museum; hervorgegangen aus dem 1754 von Herzog Karl I. eröffneten Kunst- und Naturalienkabinett
- Städtisches Museum; das 1865 eröffnete Museum zeigt die Geschichte der Stadt Braunschweig; zu ihm gehören auch die Formsammlung und die Friedrich-Gerstäcker-Gedächtnisstätte
- Museum für Photographie; gegründet 1984
- Zisterziensermuseum Riddagshausen
Bibliotheken
- Bibliothek des Georg-Eckert-Instituts
- Bibliothek des Herzog Anton Ulrich-Museums
- Bibliothek der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
- Bibliothek des Raabe-Hauses
- Öffentliche Bücherei
- Stadtarchiv Braunschweig
- Stadtbibliothek Braunschweig
- Universitätsbibliothek der Technischen Universität Braunschweig
- Wilhelm-Raabe-Forschungs
Kategorie:Geboren 1166
Ludwig III. (Württemberg)
Ludwig III. ( - 1166, † um 1241) war Graf von Württemberg von 1194 bis 1241. Er war vermutlich verheiratet mit einer Tochter des Grafen Adalbert III. von Dillenburg, deren Namen nicht überliefert ist.
Die Brüder Hartmann I. und Ludwig III. nannten sich beide gleichzeitig "Graf von Wirtemberg", so dass davon auszugehen ist, dass beide die Grafschaft gemeinsam verwalteten. Beide sind Söhne des Grafen Ludwig II. Urkundlich erwähnt werden beide bei König Otto IV. auf rheinischen, schwäbischen und fränkischen Pfalzen. Es ist davon auszugehen, dass die Arbeitsteilung der Brüder so war, dass einer den beiden sich im Stammland aufhielt, während der andere den jeweiligen Kaiser auf Reisen im Reich und nach Italien begleitete. Ludwig nahm 1194 an der Eroberung Siziliens durch Kaiser Heinrich VI. teil. Hartmann begleitete Otto IV. nach Rom zu seiner Kaiserkrönung am 4. Oktober 1209. Nach der Erhebung Friedrichs II. von Staufen zum König und Kaiser wandte Ludwig sich mit seinem Bruder den Staufern zu: Beide standen Friedrich und seinem Sohn und Mitkönig Heinrich (VII.) bei wichtigen Reichsverhandlungen zur Seite.
Kategorie:Deutscher
Kategorie:Mann
Kategorie:Graf (Württemberg)
1241
Politik und Weltgeschehen
- Stauferkaiser Friedrich II. erlässt das "Edikt von Salerno" (auch "Constitutiones"): die erste gesetzlich fixierte Trennung der Berufe Arzt und Apotheker. Ärzte dürfen keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein. Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben, um Preistreiberei zu verhindern. Das Edikt von Salerno wurde Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa.
- erste urkundliche Erwähnung von Sebnitz
- April - Schlacht bei Wahlstatt: Heinrich II. von Schlesien fällt gegen die Mongolen
- Einfall der Mongolen in Siebenbürgen, Zerstörung von Hermannstadt
- 25. Oktober - Erstes Konklave bei der Wahl Coelestin IV.
- 4. September - Alexander III., König von Schottland († 1286)
- 1. Dezember - Margaretha I. von Österreich, Landgräfin in Thüringen und Pfalzgräfin von Sachsen
- Mechthild von Hackeborn, Zisterzienserin und Mystikerin († 1299)
- 3. Januar - Hermann II., Landgraf von Thüringen seit 1227 ( - 1222)
- 9. April - Heinrich II. (Schlesien), Herzog von Breslau und Polen (1238-1241) ( - 1196/1207)
- 22. August - Gregor IX. (Papst), Papst von 1227 bis 1241 ( - 1167)
- 10. November - Coelestin IV., Papst ( - ?)
- 11. Dezember - Ugedai Khan, dritter Sohn Dschingis Khans ( - 1189)
- 28. März Waldemar II. von Dänemark.
ko:1241년
Kategorie:Gestorben 1166
Tornado
Um tornado é um pequeno, porém, intenso redemoinho de vento, formados por uma tempestade. Se o redemoinho chega a alcançar o chão, a repentina queda na pressão atmosférica e os ventos de alta velocidade (que podem alcançar mais de 250 km/h),demora cerca de 18 segundos a chegar ao chão ,faz com que o tornado destrua tudo o que encotra no meio do seu caminho para o alto.
Tornados são relativamente raros, porém, podem ocorrer em quaisquer lugar do mundo. Há certas regiões como a parte central dos Estados Unidos que são mais propensos à formação de tornados.
A intensidade dos tornados é classificado na escala Fujita que vai de F1 até F5, sendo o F1 o menos intenso e o F5 o mais intenso. Uma caracteristica que o diferencia do furacão é que o furacão tem origem em regiões oceânicas.
Ver também
- Ciclone
- Furacão
- Tempestade tropical
Categoria:Catástrofes naturais
ja:竜巻
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